Eine schlechte Nachricht

Eine schlechte Nachricht

Am nächsten Morgen waren wir ziemlich frustriert: Simon und Rachel hatten eine Nachricht geschickt, dass der Autopilot, der ein Schiff selbständig steuert, ausgefallen sei. Sie mussten nun ununterbrochen am Ruder stehen und hatten zudem noch richtig viel Wind. Außerdem hatten sie ein klopfendes Geräusch, sobald der Motor eingeschaltet war. Sie liefen Guadeloupe an und Rachel tauchte unter das Schiff, fand aber nichts, was sich evtl. im Propeller verfangen hätte. Nachdem sie einige Stunden geschlafen hatten, segelten sie weiter. Leider konnten wir sie nicht erreichen und warteten nun nervös auf Neuigkeiten. Wir wussten, dass er von Jemandem in Grenada einen Autopilot-Service durchführen hatte lassen, aber wir kannten auch die Qualitäten der hiesigen Handwerker. Da wird immer viel versprochen und im Endeffekt wenig gemacht. Was sind wir froh, dass Franz fast alles auf dem Schiff selbst machen kann.

Derweil machten wir eine Insel-Rundfahrt. Sint Maarten hat einen niederländischen und einen französischen Teil (Saint Martin) und ist aufgrund der fehlenden Mehrwertsteuer (eine Subventions-Variante der jeweiligen Regierungen) eine weitbekannte Anlaufstelle für Bootsbesitzer, um unter anderem Ersatzteile günstig  zu erstehen. Auch als gut zu erreichendes und relativ günstiges Urlaubsziel, vor allem für Amerikaner, Niederländer, Franzosen und Engländer ist es sehr beliebt. Deswegen gibt es relativ viele Hotels, Casinos, Restaurants und Bespaßungs-Einrichtungen, wie Wasser-Scooter-Verleihe, oder eine Zipp-Line, an der man sich an einer Leine hängend den Berghang hinunterstürzt . In den paar größeren Orten und auch an so manchem eigentlich schönem Strand verunstalten diverse Hotel-Hochhäuser die Landschaft schmerzlich. Wir sahen einige Touristen, die in einer Quad-Gruppe rumfuhren, aber ansonsten lag, wie schon beschrieben, die Tourismus-Branche ziemlich am Boden. Da ohnehin unglaublich viele Einheimische hier unterwegs sind und die Straßen verstopfen, möchte ich nicht wissen, wie das ist,  wenn auch noch Touris dazukommen. Erwähnenswert ist auch der Flughafen, der wegen der extrem kurzen Start- und Landebahn direkt an den Strand und ein Wohngebiet grenzt. Es kursieren überall Bilder im Netz, auf denen der Flieger zum Greifen nahe über die Köpfe der Strandbesucher und gefährlich nah an einem Hochhaus vorbei zum Landen ansetzt. Das Ganze ist natürlich auch noch ohrenbetäubend laut und insgesamt hat man immer das Gefühl „nine-eleven“ kehrt zurück.
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