21./22.04.2019 Es fließt Blut

21./22.04.2019 Es fließt Blut

Michi

Da wir im Hafenbecken der Marina superruhig liegen, beschließen wir, noch einen Tag zu bleiben. Wir fahren mit dem Dinghi an das vorgelagerte Riff, um ein bisschen zu schnorcheln. Franz und ich sehen neben vielen bunten Riff-Fischen auch einen großen Lobster, der sich in einer Höhle versteckt. Pi schabbelt sich den Bauch etwas auf, weil er bei niedrigem Wasserstand über Korallen schwimmt, und eine Welle ihn auftatschen lässt. Zurück in der Marina besuchen uns Stephan und Catherine, da sie endlich mal unser Schiff besichtigen wollen. Sie hatten ATON bereits in den Exumas mehrere Male gesehen, und waren sehr neugierig, wie es auf einem Alu-Schiff ist. Franz zeigte ihnen alles, und sie waren sehr beeindruckt. Die beiden jungen Leute sind mit einer 34 Fuss-Jacht unterwegs, und es kam ihnen natürlich alles riesig vor.

Am Ostersonntag verlassen wir die Marina, segeln südlich um West Caicos herum, und Pi schippert uns in die Taylor Bay in Providenciales. Wir möchten Brot backen, aber der Ofen streikt. Franz und Pi machen sich auf die Fehlersuche, und Franz findet einen Wackelkontakt, nachdem er die Bodenbretter im Salon entfernt, und dem Kabelverlauf des Gaswächters gefolgt war. Kaum ist das repariert, stellt Christine fest, dass sie auf der Gäste-Toilette kein Wasser mehr in die Toilette pumpen kann. Franz nimmt alles auseinander, und holt „weed“ (ein hartes Kraut, das hier öfters im Wasser schwimmt) aus der Pumpe, das alles verstopft hat. Wieder einmal bin ich so was von froh, dass mein Skipper 1. handwerklich begabt ist, 2. kiloweise Werkzeug von Deutschland aufs Schiff geschleppt hat und 3. immer bereit ist, sich den Herausforderungen der Schiffstechnik zu stellen. Beim Versuch, einen Kabelbinder abzuschneiden, säbelt sich Pi mit dem Messer in die Kappe seines Daumenknöchelchens, und erstmals kommt mein Erste-Hilfe-Koffer zum Einsatz. Ich verbinde den Daumen, und versuche, ihn mit einer leckeren Lasagne von seinen Schmerzen abzulenken (was auch kurzfristig gelingt).

Da Michael darauf besteht, dass sein Daumen ruhig gestellt werden müsse, da die Wunde beim Abbiegen des Fingers jedes Mal wieder aufbricht, schiene ich diesen kurzerhand mit zwei halben Wäscheklammern. Funktioniert wunderbar.

Den nächsten Tag verbringen wir hauptsächlich mit lesen, und verholen uns am späten Nachmittag in die Geistermarina, da wir am nächsten Tag „um die Ecke“ in die South Side Marina zurück müssen.


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