31.01.2019 Rose Island

31.01.2019 Rose Island

Michi
Nach unserem Anker-Fiasko beschlossen wir, die Wartezeit bis Lothar`s Ankunft am 04.02. auf Nassau`s Nachbarinsel Rose Island zu verkürzen. Wir durchquerten das große Hafenbecken, wobei wir an wunderschönen Villen und Häusern vorbeikamen; natürlich hat jeder eine protzige Yacht vor dem Haus stehen. Auf dem kurzen Weg nach Rose Island wechselten wir den Anker. Wieder einmal war ich sehr froh, einen starken Mann an Bord zu haben, der immer eine Idee hat, wie anstehende Aufgaben zu lösen sind. Franz hievte den neuen Anker über die Rehling, und somit ist dieses Kapitel hoffentlich nun erledigt.

Wir fanden einen schönen Ankerplatz, wo bereits eine handvoll Yachten den schönen Tag genossen. Rose Island ist eine langgezogene, schmale Insel. Hier war auch der Schwell, der in Nassau allgegenwärtig ist, endlich weg. Da am nächsten Tag auch der Wind nachließ, beschlossen wir, die ruhige Lage Atons zu nutzen, um unseren Windgenerator, der bei der Sturmfahrt nach Nassau den Geist aufgegeben hatte, zu untersuchen. Franz holte das Gerät von seinem Platz über dem Cockpit herunter, und begann, der Sache auf den Grund zu gehen. Um die Verkabelung zu erneuern, mussten wir mal wieder alles ausräumen. Sowohl innen, als auch aussen stapelten sich einmal mehr unsere Schätze, die wir dort lagern. Ich machte mich unter anderem daran, sämtlich Boden-Fugen in unserem Bad mit Silikon abzudichten. Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir soweit fertig, und genossen den Abend auf unserer „Terrasse“, dem Heck Aton`s.

Am nächsten Tag wollten wir zur Abwechslung mal eine Exkursion machen, und suchten uns mit den Dingi eine Anlegestelle, was gar nicht so einfach war (felsige Küste, und alle Anleger auf Privat-Grundstücken). Aber Frechheit siegt: wir sind durch ein Privat-Grundstück gelatscht, auf dem offensichtlich niemand wohnt; das Gebäude war halb verfallen, hatte aber einen fantastischen Ausblick. Dann fanden wir einen Pfad, der uns quer durch den Busch, der hier hauptsächlich aus Pinien und Palmen besteht, auf die andere Seite der Insel führte. Bereits von Weitem sahen wir durch die Bäume das türkisblaue Wasser leuchten. An der Westseite der Insel angekommen, sahen wir kilometerweit weiße, feinpudrige Strände und das unglaubliche Farbenspiel des Meers in allen Türkis- und Blautönen, die man sich vorstellen kann. Wir liefen lange am Strand entlang und konnten uns nicht sattsehen, am Farbenspiel des Wassers.

Ob ihr`s glaubt, oder nicht, aber das war bisher einer der ganz wenigen Tage, die sich wie Urlaub angefühlt haben. Immerzu haben wir irgendetwas zu erledigen, organisieren oder reparieren. Außerdem ist ein ganz normaler Haushalt zu führen, mit kochen, einkaufen, putzen, waschen, spülen. Nur, dass alles viel aufwändiger ist, ohne Auto, ohne Spülmaschine, ohne Wäschetrockner. Ich will mich nicht beklagen, wir können uns den Tag einteilen, und alles in Ruhe angehen. Aber es ist keinesfalls so, dass wir nur chillen und faulenzen. Auf jeden Fall haben wir diesen Tag auf Rose Island sehr genossen, und hoffen, dass noch ganz viele solche „Urlaubstage“ kommen.


8 Replies to “31.01.2019 Rose Island”

  1. Hey ihr beiden! Ganz ehrlich: das wiederum-auch-nur-beinahe-Fiasko liest sich so spannend wie die alten Seeräuber-Geschichten. War lange nicht mehr auf Eurer Seite und bereue es schon. Auf die Nummer mit dem „falschen“ Anker muss man erstmal kommen … Ich hätte aber gerne gesehen, wie Beach Boy Franz den Anker wechselt 🙂 Wahrscheinlich noch mit einer Tasse Espresso in der linken Hand. Bitte mehr von solchen Geschichten, vielleicht ein bißchen weniger aufregend für Euch!

    1. Hallo Raini, Du weißt ja selbst: wenn einer eine Reise tut…. Aber wir wollten`s ja nicht langweilig, sonst hätten wir daheim auf der Couch bleiben müssen. Gerne lassen wir Euch per Blog daran teilnehmen, wie`s bei uns weitergeht. Ich freu` mich sehr über jede Meldung, dass der Blog den Lesern gefällt, das motiviert uns, weiter zu schreiben. Und mein Beach Boy hat bei dieser Aktion tatsächlich ganz schön hinlangen müssen, da hat`s für die Espressotasse nicht mehr ganz gereicht, obwohl er das am liebsten natürlich so gemacht hätte. Ganz liebe Grüße, auch an Reni

    1. Lieber Pi, ja klar, hattest Du gedacht, Du kommst hier nur zum Urlauben? Du hast zwar mit dem schönen ATON-Design schon Vorarbeit geleistet, aber ob das schon reicht? Und während Du Kombüsen-Dienst machst, kann Christine ja schon mal das richtige Anker-Gewicht ausrechnen, und eine Tabelle machen, in der Fuß in Meter umgerechnet werden, und im Verhältnis zur Wassertiefe die jeweils richtige Kettenlänge rauskommt. Da fallen uns bestimmt noch ein paar schöne Sachen ein für Euch. Ich freu mich schon. Michi

      1. Faustformel vom Klugscheißer:
        Notwendige Kettenlänge = [ Wassertiefe ] x [ Maximal erwartete Windstärke in Bft minus 1 ]
        Bei 6 Bft und 5 m Wassertiefe heißt das also z. B. 25 m.

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