25.04.-01.06.2019 Gast-Beitrag Marco Heimann

25.04.-01.06.2019 Gast-Beitrag Marco Heimann

Marco

In meiner Zeit an Bord habe ich einige skurrile, ein paar frustrierende, und unglaublich viele schöne Momente erleben dürfen. Vielen Dank, dass ich dabei sein, und diese Erlebnisse mit euch teilen durfte. Ich möchte hier von meinen Highlights erzählen.

 

Die skurrilen Dinge:

Schiffbrüchig auf einem Dingi (26.04.2019)

Wir sind gerade von Providenciales nach Grand Turks gekommen und fingen an, uns nach der anstrengenden Fahrt zu erholen,  als plötzlich unser britischer Nachbar auf seinem Dingi daher gefahren kam. Er stellte uns sich als Stephen vor (auch ein Segler) und lud uns ein mit ihm und noch einem Stephen (einem amerikanischem Piloten) in sein Dingi zu steigen und einen „Absacker“ im nahegelegenem Hotel zu trinken. Nach kurzem bereden willigten wir ein (5 Leute in einem Dingi ca. 2 Kilometer weit über große Korallenriffe ohne Ersatzpaddel! Was kann da schon schiefgehen!?) Gesagt getan. Wir stiegen in das kleine Schlauchboot und fuhren los. Auf der Fahrt bemerkten wir, dass Segler Stephen vor unserem jetzigen Absacker wohl schon etliche andere Absacker getrunken hatte. Er war rotzevoll! Beim Anlegen viel er ins Wasser und kam anschließend triefend nass und in Sand paniert mit an die Hotelbar. Wir tranken ein paar Biere (nebenbei das teuerste Bier, das ich je getrunken habe mit 8$ für 0,33l!), später entschlossen wir uns, da wir den ganzen Tag gesegelt sind,  und Piloten Stephen auch in sein Hotel zurück wollte, den Heimweg anzutreten.  Segler Stephen lachte sich in der Zwischenzeit eine genauso besoffene Touristin an (Nancy, wir nannten sie Schnappsdrossel), die in Piloten Stephens Hotel wohnte, und schleifte sie mit ins Dingi. Also fuhren wir zu sechst in einem Dingi, das nur wenige Zentimeter aus dem Wasser ragte, den langen Weg zurück zu den Schiffen. Nach ca. 1 km schrubbte Segler Stephen mit der Schraube des Außenborders übers Riff. Nach kurzer Zeit gab der Motor mit einem lauten Knall und nachherigem Motoraufheulen den Geist auf. Da keine Ersatzruder vorhanden waren, blieb nur eine Möglichkeit: schwimmen. WAS?! Fragte Segler Stephen lallend, als ich anfing mein T-Shirt auszuziehen. Gesagt, getan sprangen Michi und ich ins Wasser und fingen an, das Boot zu ziehen. Nach einer Weile meinte Segler Stephen, dass er uns helfen müsste. Er hing ab da in voller Bekleidung wie ein nasser Sack am Boot. Nach ca. 30 Minuten waren wir endlich zurück an Land. Die Frage war nur, wie wir wieder zurück zu den Schiffen kommen sollten. Wir klingelten in unserer Not an vielen Häusern, um herauszufinden, ob einer der Bewohner uns helfen konnte. Wir wurden zu einem älteren Rastaman an einem Imbiss geschickt. Unter fluchen setzte er uns auf die Ladefläche und fuhr uns zu seiner Tauchschule. Mit Neoprenanzug und Flossen bewaffnet schwamm er zu einem seiner Boote und fuhr es ans Ufer, damit wir einsteigen konnten. Anschließend brachte er uns zu unseren Schiffen

 

Die frustrierenden Dinge:

Das Frustrierendste auf unserer gemeinsamen Reise war das andauernde Anfahren gegen teilweise 2 Meter Welle und Wind auf unserer viereinhalb tägigen Überfahrt von Grand  Turks nach Puerto Rico, bei dem wir uns teilweise nur mit wenigen Knoten vorwärts bewegten. Die vielen Stunden, die uns nur langsam nach Osten, aber immer weiter nach Norden (wo wir ja gar nicht hinwollten) gebracht haben – um dann nach zwei Tagen festzustellen, dass wir gegenüber unserem Startpunkt noch kaum Höhe gutgemacht haben. Das war psychisch echt eine harte Nuss.

 

Die schönen Dinge:

Bei diesem Punkt könnte ich etliche Dinge aufzählen, zum Beispiel das Schnorchel mit Schildkröten,  die vielen wunderschönen Sonnenuntergänge, das Tauchen an der Riffkante, oder mein fünftägiger Inlands-Trip auf Puerto Rico. Auf jeder Insel entdeckte ich neue Kulturen und Landschaften und lernte interessante Menschen kennen. Nicht zuletzt durfte ich vieles über das Segeln und das Leben an Bord lernen.

Vielen Dank für die wunderschöne Zeit mit Euch.


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