22.05.2019 Culebrita

22.05.2019 Culebrita

Michi

Gleich um die östliche Ecke von Culebra liegt die kleine Schwesterinsel Culebrita, die unbewohnt, aber landschaftlich sehr reizvoll ist. Gerade als unser Anker in der Tortuga Bay gefallen war, streckten auch schon drei Schildkröten rings um unser Schiff ihre Köpfe übers Wasser. Dieses war klar und türkis, die Bucht gesäumt von einem langen, weißen Sandstrand, und im Hintergrund trotzte ein Leuchthaus auf einem Hügel den Passatwinden. Wir wanderten auf einem Pfad, vorbei an einem Teich, durch das Buschwerk bis zum Leuchthaus. Die Vegetation ist in Culebra und hier, verglichen mit dem tiefgrünen Regenwald in Puerto Rico`s Hauptinsel, eher trocken. Es gibt niedrige, knorrige Bäume, viele Büsche und dornige Stauden. Auf unserem Weg mussten wir aufpassen, nicht auf eines der vielen Schneckenhäuser zu treten, die, von Einsiedlerkrebsen bewohnt, auf dem Boden umherhuschten. Je nach Größe des Krebses gab es die Schneckenhäuser in ganz klein bis ganz groß.

Zurück am Strand sahen wir ein Schild, welches ganz Culebrita als Nationalpark auswies, und auf die Schildkröten aufmerksam machte, die hier am Strand ihre Eier ablegen. Immer wieder sieht man sie beim Luftholen an der Wasseroberfläche, wo sie einige Zeit verweilen, um dann wieder abzutauchen. Die Bucht war noch von einigen anderen Booten und Tagesausflüglern besucht, die aber bis zum Abend alle wegfuhren, und uns diesen schönen Ankerplatz über Nacht alleine überließen.

Am nächsten Tag beobachteten wir beim Schnorcheln die Schildkröten, die am Meeresboden das Seegras mampften. Eine davon war gut 1 Meter lang und segelte elegant mit ihren Vorderbeinen durch das warme Wasser. Heute erkundeten wir das andere Ende der Insel, wo es eine Stelle gibt, an der das aufgewühlte Atlantikwasser durch eine Engstelle zwischen Felsen in mehrere, abge-schlossene Becken gespült wird. Hier kann man wie in einem Blubberbecken baden, und die kleinen bunten Fischchen, die völlig ohne Scheu um uns herum schwammen, beobachten.

Wir beschlossen, da der Wind nicht mehr so stark blies, die nächste Etappe gegenan in die British Virgin Islands in Angriff zu nehmen, und setzten unsere Segel nach dem Abendessen, um mit dem letzten Abendlicht die Bucht zu verlassen. Puerto Rico hat uns sehr gut gefallen, und wir bedauern, dass wir nicht mehr Zeit hatten, um diese grüne Insel mit den hunderten von Bergen im Inland, und den freundlichen Menschen zu erkunden. Marco hat einen sehr günstigen Flug am 01.06. in Guadeloupe ergattert, der uns leider den Zeitplan bis dorthin vorgibt. Auf seiner Reise durch die Insel hat er in einem verlassenen Ranger-Camp mitten im Dschungel in der Hängematte übernachtet, ist einen ganzen Tag mit einem Vogelkundler von einem Nationalpark zum anderen gefahren, traf beim Trampen hilfsbereite Menschen, die ihn in ihrem Alltag teilhaben ließen, und erkundete San Juan, die Hauptstadt. Aber wer weiß, vielleicht sind wir nicht zum letzten Mal hier, und erleben beim nächsten Mal ähnlich schöne Dinge.


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