10.03.2019 Paradiesischer Ankerplatz in Saddle-Cay

10.03.2019 Paradiesischer Ankerplatz in Saddle-Cay

Aton:

Nachdem der Wind heute und morgen ideal für unseren Kurs in die nördlichen Exumas war, wollten wir so viel Strecke wie möglich machen. Wir starteten also erneut, und dieses Mal klappte alles wunderbar. Man muss wissen, dass Peter und Agnes einen ganz großen Anteil daran haben, dass Franz und Michi überhaupt segeln. Nach vielen Segelausflügen mit ihrer Albatros auf dem Ammersee, nahmen sie die ganze Familie Heimann auf deren ersten Charter-Törn nach Kroatien mit.
Der Rest ist hier auf der „Story“ nachzulesen. Somit musste ich mich also besonders anstrengen, um einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen. Schließlich wollte ich Michi und Franz ja nicht blamieren. Ich legte mich also geschmeidig in die Wellen, und holte so um die beständigen 6 bis 8 Knoten raus. Prompt meinte Peter, ich laufe sehr gut, und auch Agnes fühlte sich sichtlich wohl, denn sie verschlief einen guten Teil des Tages auf dem Vordeck, oder im Cockpit. Die beiden finden mich „gemütlich“ und sind mit ihrer Gästekabine und dem Gästebad sehr zufrieden. Wir machten noch einen Tankstopp, wo meine Diesel-, Benzin, und Wasservorräte aufgefüllt wurden. Dann ging es  bis zum Abend weiter nach Rudder Cut Cay, wo wir eine ruhige Nacht inmitten einiger anderer Jachten hatten. Am nächsten Morgen wollte meine Crew gerne den Sonnenaufgang auf See erleben, weswegen um fünf Uhr schon Betriebsamkeit herrschte. Wir legten ab und glitten in den Atlantik, von absoluter Dunkelheit und einem zigtausendfachen Sternenglitzern umgeben. Schon bald war ein leichtes Morgengrauen zu erahnen, und meine Crew war ganz hingerissen von dieser Stimmung. Das Wasser leuchtet dann silbrig-grau, der Horizont, erst nur erahnbar, schält sich langsam aus dem Dunkel der Nacht, und es herrscht eine absolute Stille und Ruhe. Nur das Rauschen der Wellen und des Windes – einfach nur schön. Da macht das Leben als Segel-Jacht richtig Spaß! Wir nutzten den Ost-Wind, um ganz im Norden der Exumas, in Saddel-Cay zu ankern. Von dort können wir jetzt gemütlich wieder Insel-hüpfender Weise zurück bis nach Georgetown. Obwohl wir hier bereits am 06.02. mal waren, und bereits da bei der engen Einfahrt die Nerven meiner Skipper zum Zerreißen gespannt waren, ob die Wellen an der engen Einfahrt eine ausreichende Tiefe unter sich haben, war es auch dieses Mal wieder genauso. Wir hatten zwar weitaus weniger Welle und Wind als letztes Mal, aber die Gezeiten-Strömung gegenan. Außerdem schaute es wirklich genau so aus, als würden spitze Felsen unter den Wellen rausschauen. Aber entgegen drei sehr skeptischen Meinungen (Peter sagte danach, er wäre da nicht reingefahren) erinnerte sich Franz an das letzte Mal, und gab einfach Gas. Augen zu und durch. Es ging alles gut, mein Bauch passte durch, und Peter und Agnes trauten ihren Augen nicht, als sie den türkisblauen Riesen-Pool sahen, durch den wir jetzt glitten. Wir ankerten an derselben Stelle wie letztes Mal, und waren alle zusammen wieder vollkommen verzaubert von diesem Traum-Ankerplatz. Obwohl Michi vor der Strömung hier warnte, sprangen alle sogleich in das kristallklare, hellblaue Wasser, um sofort festzustellen, dass man bestenfalls auf der Stelle bleiben kann, wenn man kräftig schwimmt.

Michi
Wir wollten an den Felsen, die den Ankerplatz gegenüber der Insel einrahmen, ein bisschen schnorcheln, und gleichzeitig dort unseren Lobster-Fangkorb, welchen wir mit Katzenfutter bestückt haben, ausbringen. Tatsächlich war dort ein kleines Riff, mit schönen Korallen und Riff-Fischen. Als wir für den Rückweg alle wieder im Dinghi waren, versuchte Franz den Motor anzuwerfen, aber der wollte partout nicht anspringen. Was nun? Rudern mit vier Leuten gegen den immensen Strom geht nicht, zurück zum Schiff schwimmen geht wegen des Stromes auch nicht. Franz ruderte mit dem Leichtgewicht Agnes aus Leibeskräften, und schaffte es auch mit letzter Kraft, das Schiff zu erreichen. Peter und ich überlegten, wie wir jetzt zum Schiff kommen. Peter hatte den Einfall, dass wir mit unseren Flossen quer über den Strom zur anderen Seite auf die Insel schwimmen können, dort am Strand entlang Richtung Schiff laufen, um dann mit dem Strom zum Schiff zu schwimmen. Schlimmstenfalls werden wir abgetrieben, und müssen halt dann irgendwie barfuß die Insel entlang laufen, dachten wir uns. Also wagten wir es. Im Eifer des Gefechtes verlor ich gleich am Anfang meinen Schnorchel, und Peter hatte sowieso seine Taucherbrille ins Dinghi geworfen. Es ging aber alles gut (Lob sei meinen vielen Stunden Schwimmtraining im Triathlon-Verein), und wir kamen auf der anderen Seite an, ohne allzuviel abgetrieben zu werden. Unser Plan ging auf, und wir erreichten unser Schiff von der anderen Seite her. Franz hatte sich schon an die Fehlersuche des Außenborders gemacht. Schnell war die Ursache gefunden: da ein professioneller Ersatztank mit Pumpe fast 200,00 $ kosten, hatten wir unser Ersatz-Benzin in einer 1 Gallone-Plastik-Flasche abgefüllt. Diese hat sich wohl vom Kraftstoff teilweise aufgelöst, und die Harze haben nun den Vergaser verklebt. Franz und Peter bauten den Vergaser aus, reinigten ihn, und schon lief der Motor wieder.

Da wir uns am absolut schönsten Ankerplatz der Exumas befanden, beschlossen wir, unsere für diesen Zweck teuer eingekauften Steaks (2  große Stück für knapp $ 40,00) zu opfern, und am Strand ein Lagerfeuer zu machen. Franz hatte bei Peter einen Grillrost „bestellt“, und auch prompt einen geliefert bekommen. Wir sammelten Holz, entfachten ein Feuer, und während dieses runterbrannte, erkundete ich mit Agnes den Rest der Insel. Über den Hügel (eine mit Palmen bewachsene Sand-Düne) gelangte man zu einem anderen Sandstrand, und von dort zur Atlantik-Seite der Insel. Auf einem weiteren Hügel sahen wir, dass es auch ein paar Häuser gab. Wahrscheinlich Ferien-Häuser, da es hier ja weit und breit außer Natur pur und Traum-Stränden nichts gibt. Wieder zurück am Lagerfeuer ließen wir uns während des Sonnen-Untergangs unsere butterweichen Steaks mit Kartoffel-Salat schmecken. Es war ein Gedicht! Wegen des hohen Preisniveaus für Lebensmittel steht Fleisch nur noch ab und zu auf unserer Speisekarte, und so leckere Steaks hatten wir schon ewig nicht mehr bekommen. Dazu der laue Abend und die traumhafte Bucht; wir waren alle vier absolut selig.


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